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Teil 3

Ich wurde 15 Jahre alt. Und ich wollte meinen Geburtstag nicht mehr zu Hause feiern. Ich wollte cool sein. Meine Mutter kaufte für mich sogar Alkohol ein. (Bleiben Sie ruhig, Herr Kommissar, meine Mama ist ne Gute) Meine Party sollte in einem kleinen Stadtpark stattfinden. Wir versammelten uns alle dort in gemütlicher Runde bei zwei Parkbänken. Man hätte auch denken können, dass wir Obdachlose waren, aber das war mir egal. Und dann wurde gefeiert. Sogar mit Leuten, die ich in meinem ganzen Leben noch nie gesehen hatte. Ich trank und trank und saß oben auf der Kante der Parkbank. (Ja die Jugend von heute… äh damals, immer verschmutzen sie mit ihren Schuhen die Sitzfläche) ich nahm noch einen Schluck und fiel rückwärts von der Bank. Ich drehte mich während des Falles noch so graziös, dass ich längs hinter der Bank lag und vor der Bank war Totenstille. Ein vorsichtiges: Lebst Du noch? brachte mich dazu lauthals an zu lachen. Mir ging’s gut. Zum ersten Mal ging’s mir gut. Ich war voll, ich war beliebt und 15 Jahre alt. An diesem Abend lernte ich auch Kalle kennen. (Sorry, mir fallen irgendwie keine guten Namen ein.) Kalle gehörte zu einer Gruppe aus … (wenn ich jetzt Orte nenne, könnte es auch gefährlich werden). Die Gruppe war irgendwie cool. Cool asozial würde ich heute sagen. Damals fand ich sie einfach nur cool. Er war plötzlich da und wir hatten uns echt gut verstanden und wurden richtig gute Freunde. Außerdem war er älter, hatte schon ein Auto und ich hatte einen Chauffeur. Meine Mutter war auch mal mit seinem Vater zusammen gewesen. Also verband uns irgendwas. (Wenn ich ihn heute sehe, keine Zähne mehr im Mund, arbeitslos und Spaß dabei, dann frage ich mich wirklich, ob ich zurechnungsfähig zu dieser Zeit war). Aus guten Freunden, die sich ständig sahen und die es auch nur im Doppelpack gab, wurde ein Paar. Und hey ich war 15!!!! Ihr wisst sicherlich an was man da so denkt. Meine Mutter hatte schon einen Termin beim Frauenarzt besorgt, aber das Gehirn einer 15 Jährigen arbeitet wohl nicht so richtig.

Und Schwups, bevor ich mich versah, war ich auch schon entjungfert. (Mama, bleib ruhig, wir haben ein Kondom benutzt) Wie fand ich denn dieses Erlebnis? Naja! Es hatte weh getan, geblutet und danach brannte es und ich konnte nicht so richtig laufen. Wo ich mich wieder frage, warum wir Frauen das alles haben müssen? Den Männern tut beim ersten Mal nichts weh, sie leiden auch nicht an monatlichen Beschwerden, ganz zu schweigen von der Geburt und Schwangerschaft. Alles bleibt an uns Frauen hängen. Wer hat sich sowas eigentlich ausgedacht? Aber ein kleiner Trost an die Frauen, die Männer sind einfach zu wehleidig. Beim kleinsten Husten sterben sie fast schon. Jetzt stellt euch mal vor, sie würden die Babys auf die Welt bringen müssen. Die Menschheit wäre schon ausgestorben.

Aber was soll ich sagen, was glaubt ihr was passierte? Jetzt denkt doch nicht gleich das Schlimmste. Nein, ich bin nicht Mutter von 5 unehelichen Kindern von 5 verschiedenen Vätern. Ich habe gar keine Kinder! Hier hörte ich den Satz zum ersten Mal: Du bist so ein wundervoller Mensch und es liegt nicht an Dir, aber wir müssen uns trennen. Ich glaube, 5 Tage später hatte er die Nächste. Vielleicht war das damals ein Sport unter Männern. Wer knackt die meisten Jungfrauen? Das wird wohl immer ein Geheimnis bleiben.

Aber das Leben geht weiter und ich ging wieder auf Achse. Es gab bei uns eine Musik-Kneipe. Dort sah ich ihn das erste Mal. Nein, hier geht es jetzt nicht um eine Liebesschnulze. Er war dort Türsteher, groß und breit wie ein Schrank und er war total dick. Aber wir beide wurden Freunde. Meine Eltern hatten auch absolut keine Angst mehr, wenn ich unterwegs war. Denn war Harry mit von der Partie, konnte mir gar nichts passieren. An dem traute sich nämlich keiner vorbei. Als mein Vater ihn das erste Mal sah, konnte er es nicht glauben. Es klingelte bei uns und mein Vater machte die Tür auf. Vor ihm stand Harry. Bekleidet mit einer Lederhose und nur einer Lederweste und einem Hut. Harry sagte nur: "Hey Vatter, ich will Deine Tochter abholen." Mein Vater stand wohl unter Schock. Denn er meinte nur: „Sie können nicht meine Tochter meinen" und machte die Tür wieder zu. Nachdem meine Eltern ihn dann aber besser kannten, war auch alles gut.

In dieser Kneipe wurde ich Stammgast. Übrigens volle 8 Jahre lang. Bis sie dann leider zu machte. Aber zu Anfang (natürlich durfte ich mit 15 Jahren nur bis 22 Uhr hin) war es immer brechend voll und super lustig. Man konnte Billard spielen, Darten und auch Kickern. Ich erlebte hier wundervolle Jahre. Stopp, es gab da auch ein paar weniger wundervolle Momente. Nämlich als Ruth in mein Leben trat. Ja, jetzt wundert ihr euch wohl! Ruth? Ist doch ein Frauenname. Innerlich war sie sicher eine Frau aber äußerlich? Ruth hatte ganz kurze Haare und ziemlich breites Kreuz für eine Frau. Sie benahm sich, trank und prügelte sich wie ein Kerl. Wenn man es nicht besser gewusst hatte, wäre sie wenigstens von weiten als Mann durch gegangen. Aber Ruth hatte Selbstbewusstsein und war absolut von ihrer weiblichen Seite überzeugt. Sie bekam jeden Mann (Dachte sie jedenfalls. Moment, das denkt sie auch heute noch) Ich frag mich nur, warum sie mich bei jeder Gelegenheit versucht hat abzuknutschen. Denn sie betonte immer und immer wieder, dass sie nicht auf Frauen steht. Aber ich bin definitiv eine. Ruth war dazu auch noch sehr stark und wenn sie mich im besoffenen Kopf an die Wand drückte (natürlich in voller Öffentlichkeit) und versuchte mich zu küssen, dann war ich in der Zwickmühle. Und ich kam da einfach nicht raus. Heutzutage weiß ich aus einer guten Quelle, dass sie zwar mir immer gesagt hat, dass sie nicht auf Frauen steht, aber allen männlichen Wesen, dass sie die Finger von mir lassen sollen, ich würde ihr gehören. Man gut, dass die Kneipe zu gemacht hat, sonst hätte ich sie vielleicht immer noch auf dem Hals. Wenn wir uns heute mal irgendwo über den Weg laufen, erzählt sie mir jedes Mal, dass der Bacardi noch immer in ihrem Schrank steht und darauf wartet, dass ich mal vorbei komme. Ich werde mich hüten. Denn wenn ich was trinke, kann ich nicht mehr fahren und wenn ich nicht mehr fahren kann, muss ich da schlafen. ANGST!

25.9.13 15:39
 


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