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Teil 6

Sandro!!!!! Meine damalige Freundin verliebte sich in Sandro. Ich lernte ihn kennen und dachte mir: *was ist denn das für einer.* Und er dachte: *na die hat ja einen Stock im …!* Gute Voraussetzungen um Freunde zu werden. Wirklich. Meine Freundin verliebte sich aber auch noch in Alex. Ja, Frauen können gleich zwei Männer lieben. Ging bei ihr jedenfalls. Und diese beiden Männer waren auch noch Freunde. Super! Dann ging dieses Hin und her los. Sie wusste einfach nicht, wen sie eigentlich wollte und ich verstand von diesem Chaos einfach nur die Hälfte. Und deshalb ging ich eines Tages zum Taxenstand. Nein, ich wollte nicht mit einem Taxi nach Paris, ich wollte mit Sandro sprechen und ihm gehörig die Meinung sagen, denn meine Freundin weinte nur noch wegen ihm, weil er sie wohl verarscht haben sollte. Dieses Gespräch ging bestimmt eine halbe Stunde und es war irgendwie ganz anders, als sie es mir erzählt hatte. Als ich vom Taxenstand weg ging, war mein erster Gedanke: wie bekomme ich bloß seine Telefonnummer. Er war gar nicht so doof, wie ich ursprünglich dachte. Ich hatte mich noch nie so angeregt mit jemand unterhalten, wie mit ihm. Ich war kaum in meinem Büro angekommen, bekam ich eine SMS von einer Nummer, die ich nicht kannte. Sandro! Er hatte sich meine Nummer von meiner Freundin besorgt, angeblich, weil er eine berufliche Frage an mich hatte. Stimmte aber nicht. Ihm hatte es nämlich nach dieser halben Stunde auch den Atem verschlagen! Wir schrieben uns täglich, telefonierten manchmal bis in die Nacht hinein und uns gingen die Themen einfach nicht aus. Es war herrlich. Genau sowas hatte ich doch gesucht. Jemanden, der mich versteht und mit dem ich mich nicht nur über getunte Autos und den Computer unterhalten konnte. Es war wie im Himmel. Ich merkte schnell, dass ich sehr viel Zuneigung zu ihm empfand und umgekehrt auch. Nach einem Rosenstolz-Konzert war es dann soweit. Der erste Kuss entscheidet für mich alles! Ist der erste Kuss schlecht, dann läuft es auch sonst nicht so gut. Und es kam zum ersten Kuss. Kleine Blitze durchzuckten meinen Körper und ich dachte, der Mann ist es! Wir wurden ein Paar. Eine wundervolle Zeit lag vor mir (dachte ich jedenfalls zu diesem Zeitpunkt) Aber je höher man einen Berg hochsteigt, je tiefer kann man ins Tal fallen. Ich wusste zwar, dass er trockener Alkoholiker war, aber das störte mich nicht. Er war ja trocken. Er ging regelmäßig in eine Gruppe um darüber zu reden und war auch nicht rückfällig. Also alles gar kein Problem. Was ich allerdings zu Anfang nicht wusste, war, dass er auch noch psychisch gestört war. Woher das kam, ist bis lang nicht herausgefunden. Aber schubweise bekam er Phasen, in denen niemand an ihn heran kam. Er igelte sich ein, nahm seine Umgebung kaum noch war und fiel in ein tiefes Loch. Er wurde dann immer ein Eisblock, absolut gefühlskalt. Ich fand das furchtbar, denn ich sehnte mich nach Harmonie! Allerdings hatte er auch die Angewohnheit, Menschen, die irgendwie Probleme haben, immer helfen zu wollen. Wobei er doch am meisten Hilfe benötigt hätte. Und die Ex von Alex war so eine Kandidatin. Sie schrieben sich viel, sie heulte sich aus und er erzählte mir davon. Eines Tages trennte er sich aus heiterem Himmel von mir, ohne eine wirklich Erklärung, blieb aber komischerweise immer mit mir in Kontakt, als ob wir uns nie getrennt hatten. Dennoch machte er dann während unserer Trennung einen reisen Fehler! Er schlief mit dieser Frau. Und sie schlief zur gleichen Zeit noch mit einem anderen. Ich war ein Schaf, war so doof und hörte mir das auch alles an. Denn ich liebte ihn ja. Und wie sollte es anders sein, sie wurde schwanger und wusste nicht von wem. Ich dachte damals schon, dass sich eigentlich beide zusammen eine Gummizelle nehmen sollten. Soviel Irrsinn auf einem Haufen, verkraftet ja ein normaldenkender Mensch nicht. Sie drohte sich umzubringen. Er wollte ihr das Kind dann weg nehmen und es mit mir groß ziehen! Tja so schnell kommt man plötzlich zu einem Kind, was man gar nicht wollte. Vor allem bei den Genen! Er konnte diesem ganzen Wahnsinn nicht standhalten und begann wieder zu trinken. Er war von dieser fixen Idee besessen, dass es nur sein Kind sein konnte. War es aber nicht. Naja es ist nicht bewiesen. Sie hat allerdings den anderen in fragekommenden Mann, als Vater angegeben. Es wird für immer ein Rätsel bleiben.

Irgendwie kam ich allerdings nicht von ihm los. (Warum ich das alles mit gemacht habe, ich weiß es bis heute nicht. Vielleicht habe ich ein ausgeprägtes Helfersyndrom, oder bin einfach nur zu blöd für diese Welt) Ich habe in der Zeit mehr Flaschenverstecke gefunden, als mir lieb war. Alkoholiker sind schon sehr kreativ. Blumenvasen, Blumentöpfe, Toilettenspülung, hinter dem Schrank, zwischen den Socken. Und die Ausreden waren noch interessanter. Hier die zwei Besten:

Vorgeschichte: Er war arbeiten und hatte seine Geldbörse zu Hause vergessen. Ich wollte sie ihm vorbei bringen und dabei fiel ein Kassenbon aus dem Portemonnaie. Ich schaute natürlich drauf, als ich ihn aufhob. Was sollte man auch auf einem Kassenbon zu verbergen haben? Auf dem Beleg stand eine Schachtel Zigaretten und…. Na? Wer weiß es? Eine Flasche Wodka. Erbost rief ich ihn an und wollte ihn zur Rede stellen. Doch die Ausrede, die er dann zum Besten gab, machte mich sprachlos."Nein Liebling, die Flasche war doch nicht für mich. Die war für die Nutte, die immer hinten im Park auf der Bank ihre Freier empfängt. Ich war so nett und hab sie ihr nur gekauft. Ist doch kalt draußen. Sie brauchte was, was von innen wärmt!"

Nun ja, was soll man da als Frau sagen, wenn ein Taxifahrer so etwas von sich gibt. Glauben oder nicht glauben. Ich fand die Geschichte damals schon so absurd, dass sie schon fast wieder wahr sein konnte.

2. Geschichte: Ich bügelte und legte die Wäsche zusammen und wollte sie in den Schrank legen. Dort fand ich haufenweise Kronkorken von Bierflaschen. Als ich weiter suchte, fand ich natürlich auch die passenden Flaschen dazu. Auch hier war die Ausrede kurios: „ Schatz, das ist ganz anders als du denkst. Mit den Korken hatten wir beim Fußball aus Spaß rum geschmissen. Die hatte ich von Hardy bekommen. Und die Restlichen hatte ich in die Hose gesteckt, da muss ich sie wohl vergessen haben. Und die Flaschen, nun, das ist mir etwas unangenehm. Als ich jetzt die ganze Zeit zu Hause war, war mir immer so langweilig und beim Spazieren hab ich dann die leeren Flaschen aufgesammelt. Ich wollte die Umwelt schonen. Naja und ich hab dann vergessen, die Flaschen wegzubringen. Schatz, Du glaubst mir doch?"

Was zu viel ist, ist zu viel! Irgendwann bin auch ich an einem Punkt, wo ich nicht mehr kann. Wo ich nicht mehr weiß, ob ich darüber lachen oder weinen soll. Ich war am Ende mit meinem Latein. Ich war ausgelaugt und erschöpft. Ich hatte fast 2 Jahre meines Lebens damit verbracht, für ihn da zu sein, ihn zu halten und ihm Kraft zu geben. Wer wirklich glaubt, dass man ganz einfach mit einem alkohol- und psychisch kranken Mann zusammenleben kann, der irrt sich gewaltig. Am Anfang denkt man sich, das kann mir nichts anhaben, ich habe schon die Kraft das durchzustehen. Aber hey, es wird ja nicht besser. Es wird immer verrückter und immer schlimmer. Ich trennte mich. Vielleicht wäre hier von meiner Seite aus mal die Zeit gewesen zu sagen: Du bist so ein wundervoller Mensch, es liegt nicht an dir. Aber das wäre ja gelogen gewesen. Wundervolle Menschen stelle ich mir anders vor und es lag eindeutig an ihm! Mit dieser Trennung nahm ich ihm all seinen Halt und er musste in eine Nerven-Klinik. Ich drücke es so vorsichtig aus, weil Psychiatrie sich wirklich sehr unschön anhört. Von dort bekam ich dann also ein Mal die Woche einen herzzerreißenden Brief. Ich besuchte ihn auch ein, zwei Mal. Allerdings führte das immer dazu, dass seine Medikamentendosis erhöht werden musste. Fazit des Ganzen war also, ich war nicht gut für ihn; kein Kontakt mehr. Absolute Ruhe. Es war für beide Seiten nicht so einfach. Denn auch mir fehlte plötzlich etwas. Aber ich hatte mich bald wieder gefangen, was man von ihm nicht gerade behaupten konnte. Bei ihm dauerte das Ganze dann noch mal 2 Jahre, bis er darüber hinweg war. Heutzutage können wir wieder normal miteinander umgehen und auch reden.

25.9.13 15:45
 


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