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Teil 8

Jetzt wollte ich aber wirklich meine Ruhe haben. Nach so viel Pleiten, Pech und Pannen, braucht Frau eine Pause und hofft, dass irgendwann ein Mann kommt, der halbwegs normal ist. Es war Ende November letzten Jahres, wir waren von der Firma aus in unserer Discothek vor Ort, deren Namen ich natürlich auch nicht nennen werde. Das wäre ja Schleichwerbung und außerdem könnten meine Fans, die ich zur Zeit noch nicht habe, den Laden belagern, nur in der Hoffnung, mich evtl. aus den Partygästen zu erkennen. Und das wollen wir ja alles nicht. So, wo waren wir? Ach ja meine Kollegen und ich feierten also ausgelassen in der Disco. Plötzlich lief ein junger Mann an mir vorbei und starrte mich an. Selbst während seines Weitergehens, verdrehte er sich noch den Kopf nach mir. Ich fand es amüsant und grinste ihn an. Das war wohl zu viel für ihn, wenn er lief rot an und wart verschwunden. Ich schaute zwar noch ab und an, ob ich ihn wieder entdecke, aber dem war nicht so. Wahrscheinlich hätte ich ihn nicht angrinsen sollen. Vielleicht war das mein Fehler. Kurz bevor wir dann gehen wollte, stand er plötzlich mit einem Bier und einem Wodka Redbull vor mir und drückte mir das Bier in die Hand. Da ich aber kein Bier trinke, gab ich es zurück und nahm ihm den Wodka weg. Da war er wohl wieder etwas sprachlos. Wir kamen ein wenig ins Gespräch und ich konnte ihn etwas mustern. Irgendwie hatte ich das Gefühl, als sei seine Hose 2 Nummern zu groß und das T-Shirt hätte auch enger sitzen können. Haare hatte er auch schon etwas wenigere. Aber er war irgendwie nett. Ich fragte ihn, wie alt er denn sei und er schoss wie aus der Pistole: 29 Jahre. Hm, damals 2 Jahre junger als ich. Das ging eigentlich. Auf die Frage nach seinem Beruf, musste ich dann doch schmunzeln. Ich hatte mit Bauarbeiter gerechnet. Aber er war Bankkaufmann. So sah er nun wirklich nicht aus. Als ich dann gehen wollte, hatte er mich immer noch nicht nach meiner Telefonnummer gefragt. Und ich erklärte ihm, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen sei, wo er dies evtl. tun sollte, falls er mich je wieder sehen wollte. Er lief wieder rot an. Mensch, war das süß! Gesagt getan, wir tauschten die Nummern und ich ging. Er meldete sich auch gleich am nächsten Tag bei mir. Wir hatten uns dann ein paar Mal getroffen, waren was trinken gegangen, mal essen und wir verstanden uns super. Wir wurden ein Paar. Als er das erste Mal in meine Wohnung kam, stand er unsicher im Flur und sagte, er müsste mir was gestehen. Ich dachte schon wieder an das Schlimmste; vielleicht: „Du bist so ein wundervoller Mensch, es liegt nicht an dir." Aber nach dem er rumdruckste, kam dann heraus, dass er gar keine 29 Jahre alt war. Er hatte nur Angst gehabt, dass ich mich gleich wieder umdrehe, wenn er mir sagt, dass er in ein paar Tagen erst 26 Jahre wird. Hm… was tun? Ich war schon überrascht, aber irgendwie fand ich es auch süß von ihm. Denn er drehte sich beim Erzählen schon wieder in Richtung Tür, weil er damit rechnete, gleich wieder von mir rausgeschmissen zu werden. Ich tat es nicht. (Im Nachhinein hätte ich es besser tun sollen, denn diese Liebesgeschichte wird die Krönung von allem was ihr bis jetzt gelesen habt.) Und wieder wurde ich mit Liebesgeständnissen nur so überhäuft. Z.B. „Du bist das Beste was mir passieren konnte. Nach der Trennung hab ich gedacht, dass ich nie wieder jemanden vertrauen kann, aber Du gibst mir Halt… bla bla bla. (Aber Frau hört sowas ja gern und vergisst dann wieder nur ein Viertel davon zu glauben und noch die Hälfte davon abzuziehen, wie vorhin schon erwähnt.)

25.9.13 15:47
 


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