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Teil 11

Irgendwann kam Henry dann plötzlich auf die Idee, dass wir ja in den Urlaub fliegen könnten. Ibiza war unser Ziel. Wir erzählten seinem Zwillingsbruder (ja, das gibt es auch noch zwei von) und dessen Freundin davon und die beiden bekamen einen Lachanfall, weil sie zur gleichen Zeit und auch fürs gleiche Hotel gebucht hatten. Zwillinge sind wohl doch irgendwie mental miteinander verbunden.

Also flogen wir zu viert. Dummerweise muss man ja sein Handy im Flugzeug ausstellen. Als wir auf Ibiza landeten, hatte ich meinen Pin vergessen. Aber Henry meinte, es sei ja kein Problem, ich könnte seins mitbenutzen. So machten wir das dann auch. Es war ein wunderschöner Urlaub. Es gab soweit keinen Stress, alle waren vergnügt und wir hatten Sonne pur! Eines Tages kam das Gespräch der Brüder auf den Zoobesuch, den sie bald mit der Familie machen wollten und Henry schaute mich an und meinte, da kommst Du dann natürlich auch mit. Ich war etwas verblüfft, denn ich hatte ja seinen Sohn immer noch nicht kennengelernt. Aber es war für mich wie ein Zeichen, dass er es wirklich ernst meinte mit mir. Das war Schritt in die richtige Richtung und ich freute mich wirklich darauf, seinen Sohn und auch endlich mal seine Eltern kennenzulernen.

Das Einzige, was mich ab dem 4. Tag stutzig machte, war, dass er sein Handy plötzlich überall mit hinschleppte. Sonst hatte er es immer in meiner Handtasche gelassen, damit ich es auch benutzen konnte. Wer ein Mal betrogen wird, vertraut nie wieder 100 prozentig. Und so kam es eines Nachts, dass er noch Mineralwasser von der Bar holen wollte und tatsächlich sein Handy auf dem Zimmer vergaß. Nun bin ich eigentlich nicht der Typ, der in fremden Handys rumschnüffelt. Ich würde das auch nicht gut finden, wenn jemand das bei mir machen würde. Aber die Angst war zu groß und so tat ich es. Der Postausgang war komplett gelöscht, aber im Posteingang war noch eine Nachricht. Diese kam von einer Nummer, die nicht im Handy gespeichert war. Und jetzt haltet euch fest, es stand drin: *Ich freue mich auf deine Rückkehr und auf unsere gemeinsame Zukunft; ich liebe dich*. Ich glaub, mein Hamster bohnert! Ich hab noch nie im Leben so schnell 3 Zigaretten hintereinander geraucht, wie da auf dem Balkon! Henry kam wieder und fand mich dort und nahm mich in den Arm. (Bis lang war ja unser Urlaub auch toll gewesen.) Er merkte sofort, dass mit mir etwas nicht stimmte und fragte, was denn los mit seinem Schatz sei. „Was los ist? Na das frage ich Dich." Sein Handy hatte ich mit offenem Posteingang auf sein Kopfkissen gelegt. Er sah es und meinte zu mir: „Na toll, jetzt hast du den ganzen Urlaub versaut." (Dies wäre wohl der Moment gewesen, wo ich ihn samt Klamotten vom Balkon hätte schmeißen sollen.) Er erklärte mir, dass diese Nachricht von Karo wäre. Sie hätte schon am Anfang des Urlaubes solche Dinge geschrieben und das würde sie nur tun, in der Hoffnung, dass ich das lese und der Urlaub im …piep… wäre. Er hatte wohl auch mit seinem Bruder darüber geredet und dieser hatte ihm geraten, die Nachrichten nicht zu beantworten und auch gleich zu löschen. Ich wollte ihm das nicht so recht glauben und er holte seinen Bruder aus dem Bett. Nun saßen wir gemeinsam auf dem Balkon und diskutierten. Sie überzeugten mich, dass da nichts wäre und das einzig und allein von Karo aus ging. Die Frau war in meinen Augen einfach krank. Sie gönnte Henry einfach nicht sein Glück mit mir. Henry beteuerte, dass er wirklich eine Zukunft mit mir haben wollte, weil er mich liebe. Unser Urlaub ging weiter, vielleicht nicht mehr genauso harmonisch wie vorher, aber immer noch harmonisch genug, um es als schönen Urlaub zu bezeichnen.

Wir flogen zurück. Kaum hatte ich einen Fuß auf Deutschlands Boden gesetzt, hatte ich auch schon ein Kratzen im Hals. Und eine Nacht später lag ich flach mit einer richtig starken Erkältung. Ich hatte ja noch eine Woche Urlaub und konnte mich auskurieren. Henry musste gleich seinen neuen Posten als Filialleiter übernehmen und war völlig im Dauerstress. In dieser Woche sahen wir uns nur ein Mal, als er mich zum Essen einlud und auch sonst kam es mir so vor, als würde er sich weniger melden. Aber das schob ich einfach auf den neuen Job. Kurz vor meinem Geburtstag, bekam ich durch den Husten, den ich hatte, einen starken Asthmaanfall. Auch mein Notfallspray half überhaupt nicht mehr. Meine Mutter brachte mich in Krankenhaus. Ich schrieb ihm, dass ich keine Luft bekäme und dorthin unterwegs sei. Jeder normale Mann wäre sofort los gefahren, um nach mir zu sehen. (Ich bilde mir das jetzt einfach mal ein, denn normale Männer hab ich bislang noch nicht kennengelernt.) Er schrieb nur, * melde dich wenn du was weißt*. Nun wurde ich auf den Kopf gestellt, bekam etliche Spritzen (ich hasse Spritzen) und musste letztendlich sogar noch einen Schwangerschaftstest machen. Aber die Krankenschwester sagte zu mir, dass ich nicht stricken bräuchte. Diesen Witz hatte ich erst nicht verstanden, aber sie meinte wohl damit, dass ich keine Strampler benötige. Das wäre es ja auch noch gewesen. Ich und schwanger! Nein danke! Ich entließ mich auf eigene Gefahr, denn ich wollte einfach nicht im Krankenhaus bleiben, wurde dann aber von meinem Hausarzt noch krankgeschrieben. Mein Geburtstag war zwei Tage später. Das Kaffeetrinken konnte ich ja nicht ausfallen lassen, also kamen meine Familie, meine beste Freundin und Freund und zu guter Letzt und auch noch zu spät, mein Freund. Wie stellt sich Frau ihren Geburtstag so vor? Romantisches in den Arm nehmen, lange Küsse, Rosen, ein schönes Geschenk. Etwas Persönliches sollte es sein! Falsch! Davon bekam ich nichts. Kurzer Kuss, keine Blumen und Duschgel und Bodylotion! Sowas schenkt man doch seiner großen Liebe, oder etwa nicht? Nach dem Abendbrot verabschiedete sich Henry, denn er konnte seinen Sohn nicht länger bei seinen Eltern lassen. Und Karo wollte ihn partout nicht nehmen! Es ging ja schließlich um meinen Geburtstag! Ich war frustriert, immer noch krank und regte mich auf.

Am nächsten Tag rief er mich abends an. Samstag war ja der große Zooausflug, auf den ich mich ja eigentlich gefreut hatte. Er erzählte mir, dass er seinen Sohn versucht hatte, darauf vorzubereiten, dass ich mit kam. Aber Sohnemann schrie wohl nur und wollte mich nicht kennenlernen. Ich bin ja Profi, wenn es um Verständnis geht. Also alles kein Problem, es wird einfach verschoben! (Mein Traum war geplatzt!) Dennoch versprach er mir, es am Freitag noch mal anzusprechen. Aber dazu kam es gar nicht mehr. Am Freitag rief er mich nämlich an, um mir zu erzählen, dass er total gestresst sei und ihn zurzeit alles und jeder nervt. Er bräuchte einfach mal ein paar Tage für sich. (Moment, kannte ich diesen Satz nicht schon?) Und tatsächlich er meldete sich das ganze Wochenende nicht. Am Montag bekam ich dann morgens eine Nachricht, in der stand: * Hey Schatz, ich hatte ja jetzt genug Zeit nachzudenken und würde mich gerne Donnerstag mit Dir treffen, um Dir meine Gefühle zu erläutern. Küsschen Henry*. Ich willigte ein, denn Schatz am Anfang und Küsschen am Ende hörte sich für mich nicht an wie eine Trennung. Dennoch erzählte ich meinem Bekannten von dieser Nachricht und der ist ein MANN! Männer verstehen die Nachrichten von Männern anscheinend besser als Frauen, denn er lass zwischen den Zeilen, dass sich Henry von mir trennen will. Ich wollte das nicht mit mir machen lassen und ihm eine Nachricht schreiben. Das tat ich dann auch *Wenn Du vorhast Dich am Donnerstag von mir zu trennen, dann solltest Du heute Deinen …piep… zu mir bewegen, denn ich werde sicherlich nicht 4 Tage warten, bis ich von Dir abgeschossen werde* Den ganzen Tag kam nichts von ihm. Abends kam dann die alles entscheidende SMS. Mein Bekannter hatte tatsächlich Recht gehabt. Ich war sprachlos und wollte auch nicht bis Donnerstag warten. Aber natürlich kam dem feinen Herren immer etwas dazwischen. Und meine Wut stieg von Tag zu Tag. Als es dann endlich soweit war, saß er auf meinem Sofa und faselte etwas von Blockade, es würde eine Schranke im Kopf runter fallen, er wäre beziehungsunfähig. Da platze ich! Ich schmiss ihm an den Kopf, dass er nicht beziehungsunfähig sei sonder einfach nur krank im Kopf. Psychisch gestört, dass irgendwann in seiner Kindheit was schief gelaufen sein muss und dass er sich gleich einen Termin beim Psychiater geben lassen sollte. Und dann kam wieder mein Lieblingssatz, den Männer einfach aus ihrem Wortschatz streichen sollten. „Du bist so ein wundervoller Mensch, es liegt nicht an Dir" Und das brachte mich dann zur Raserei. Ich hatte mir jahrelang diesen Mist von Männern anhören müssen und Henry bekam jetzt alles ab. Als ich fertig war, besaß er noch die Frechheit zu sagen: „Du bist so süß, wenn Du Dich aufregst." Was zu viel ist, ist zu viel! Der Rausschmiss folgte auf dem Fuß.

Ungefähr drei Wochen später hatte ich ihn dann Hand in Hand mit seiner Ex gesehen. Das traf ich erst sehr stark. Aber kurz danach traf ich die Freundin seines Bruders und diese erzählte mir erst, dass Henry bei seinen Eltern behauptet hatte, ich hätte mich für den Zoo aufgedrängt. Was natürlich überhaupt nicht stimmte und dann noch wie weit aus bessere Story: Henry hatte ja kein Sorgerecht und Karo somit ein Druckmittel. Sie hatte ihm also quasi das Sorgerecht angeboten, wenn er zurück kommt und er hatte es getan!

Doch das Leben geht weiter. Und wie es weiter ging. Ein halbes Jahr ungefähr, blieb ich ein Single. Verkaufte mein Auto und holte mir ein 2-Sitzer Carbio mit super kleinem Kofferraum. (Denn ich wollte weder nen Mann noch ein Kind. Also brauchte ich auch keinen Platz für nen Kinderwagen).

25.9.13 15:51
 


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